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Dr. med. Matthias Stephan
 
Psychosomatik
 
Wie der Name schon sagt (Soma = der Körper, Psyche= die Seele), liegt der Schwerpunkt meiner Tätigkeit im Erfassen der Zusammenhänge zwischen körperlichen Erkrankungen und seelischem Leid, ein meist unbewusster Prozess, den der Erkrankte allerhöchstens ahnt, jedoch selbst nicht erfassen kann. Der Körper ist sehr häufig nur die Bühne , auf der sich die seelische Last in symbolischer Form zeigt. Es ist unbedingt notwendig, diese Zusammenhänge zu begreifen, um nicht nur - wie es so häufig geschieht - "Symptomkuriererei" zu betreiben, also nicht das Übel selbst zu behandeln, sondern nur seine Auswirkungen. Als Bild mag eine Fabrik dienen: In der Chefetage werden falsche Entscheidungen getroffen, was dem Chef selbst nicht bewusst ist. In den Abteilungen (Körperorganen) kommt es hierdurch zu Störungen. Jetzt bedarf der Chef selbst der Unterstützung, dann wird es in den einzelnen Abteilungen seiner Fabrik durch eine Verbesserung der Entscheidungsgüte auch wieder zu reibungslosem Ablauf kommen. Zu kurz gegriffen wäre es, um in diesem Bild zu bleiben, wenn man nur an den Abteilungsleitern oder Mitarbeitern "herumdoktern" würde. Dies mag kurzfristige Entlastung bringen, aber gewiss keine Heilung. Ein praktisches Beispiel: Ein Kind hat ständig eine verstopfte Nase, kann dadurch nicht richtig atmen. Es bilden sich im Nasenrachenraum Polypen. Es wird entschieden, das Kind zu operieren. Anschließend tritt tatsächlich zunächst eine Besserung der Beschwerden auf. Die tiefe Ursache der Beschwerden wird jedoch nicht erfasst. Das Kind hat "die Nase voll", da es in überfordernder Weise den Unzufriedenheiten und Streitereien der Eltern ausgesetzt ist. Es ist damit zu rechnen, wenn nichts Grundlegendes sich verändert, dass demnächst neue Symptome auftreten, vielleicht an anderer Stelle. Die Eltern bedürfen der therapeutischen Hilfe.
Der Mensch hat prinzipiell drei Möglichkeiten, mit den Anforderungen des Lebens fertig zu werden:1. Im besten Falle werden Einwirkungen, die über die Sinneskanäle zum Gehirn geleitet werden, auf hoher seelisch-geistiger Ebene so verarbeitet, dass im Anschluss wieder ein seelisch-körperliches Gleichgewicht eintritt, eine gesamtbiologische Harmonie.2. Wenn dies nicht gelingt, so versucht der Organismus auf körperlicher Ebene entweder ein Gleichgewicht (Homöostase) herzustellen, indem die Körpersäfte vermehrt fließen ( Durchfall, Schnupfen, Magenprobleme durch zu viel Magensaft, Asthma bronchiale durch zu viel zähen Schleim u.s.w.) oder3. Der Organismus versucht über das Muskel- Skelett-System Konfliktspannungsenergie abzuführen. Es kommt zu Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Gelenkproblemen (z.B. ), oder unnötig vermehrter Pumpleistung des Herzens (Bluthochdruck).
Wie geistig-seelische Lebensüberforderung zu nicht mehr beherrschbaren innerseelischen Konfliktspannungen führt und daraus körperliche Störungen oder Erkrankungen entstehen, ist zu einem großen Teil wissenschaftlich erforscht. Störungen treten an denjenigen Organen auf, die als symbolischer Ausdruck passend sind . Z.B ist das Herz betroffen, wenn die "kindliche Freiheit", die spontane unbesorgte Lebensfreude zu sehr durch Zwänge eingeschränkt wird. Die Gelenke können betroffen sein, wenn das Leben als zermürbend empfunden wird. Aus genetisch-konstitutionellen Gründen oder wegen Überforderung durch schlechte Lebensweise treten Krankheiten am schwächsten Glied in der Kette auf.
Die Therapie muss in solchen Fällen mit psychischen Mitteln, auf psychischer Ebene geschehen.